Oberfränkisches Bauernhofmuseum

„Das Geld liegt auf der Straße…“ – besonderer Münzfund im Museumsgelände


Das Geld liegt auf der Straße… Der Spruch geht noch weiter: …man muss sich nur bücken. Diese Münze lag am Wegrand. Gebückt hat sich ein Besucher aus Weißenstadt, der mit seiner Familie beim Kindergartenausflug im Museum unterwegs war. Die Kinder spielten nach dem Rundgang und der Brotzeit auf der Wiese. Die Münze war auf den ersten Blick gar nicht als solche erkenntlich, sondern mit Grünspan überzogen, die Prägung nicht erkennbar. Nach einer vorsichtigen Reinigung hat sie der Finder dem Museums übergeben und bei einer Nachsuche im Gelände mitgewirkt. Die Umschrift war nur in Resten erkennbar. Aber die Datierung und das markante Portrait führten auf die richtige Spur.
Dr. Matthias Nuding, der Leiter des Historischen Archivs im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg bestätigte die Münze als das Teilstück eines sog. Philippstalers, das König Philipp II. von Spanien 1572 in seiner Eigenschaft als Graf von Holland prägen ließ. „Dass so eine Münze in Süddeutschland zum Vorschein kommt, ist nicht ganz ungewöhnlich, weil derartige Prägungen im damaligen Reichsgebiet lange Zeit zu den wichtigsten Umlaufmünzen gehörten. Sie konnten auch als Sparguthaben beiseite gelegt werden, weswegen sie immer wieder in Schatzfunden enthalten sind.“ So abgenutzt die Münze ist, war sie wohl zweihundert Jahre lang rege in Gebrauch, bis sie den Besitzern abhanden kam.

Der Fundort am Wegrand direkt an der Wurzel der Esche hinten in der Bildmitte könnte mit einem tragischen Ereignis in der Kleinlosnitzer Geschichte zusammenhängen. Der Blick geht vom Wirtschaftshof, dem Bauernhof der „Öbern“, der oberen Dietel über den Hausgarten zur Obstbaumwiese in der bis 1789 der Hof der „Indern“, der unteren Dietel stand. In diesem Jahr brannten beide Höfe fast vollständig ab. Den oberen Dietel blieb ein kleines Nebengebäude erhalten, die unteren Dietel retteten kaum mehr als ihr Vieh und ein paar Schriftstücke, die heute noch im Museumsarchiv erhalten sind. Von der gesamten Einrichtung blieb kaum etwas verschont. Der Nachlass der Großmutter Margaretha Barbara Dietel fiel 1797 entsprechend gering aus. In ihrem Nachlassverzeichnis kann man lesen: „An Schreiner- und Büttnergeräth dann an Betten und weißen Zeuch nichts, maßen solches bey dem vor 7 Jahren vorgewesenen unglücklichen Brand mit verbrannt ist“.
Innerhalb kürzester Zeit musste der Besitzer Johann Georg Dietel eine neue Behausung aufbauen. Dabei entstand der strohgedeckte Hof am Ortsrand, der heute als Hauptstück des Museums zu besichtigen ist. Nach dem Neuaufbau tauschten die Besitzer einige Grundstücke, um ihre Flächen abzurunden. Die Überreste des Brandes wurden auf dem Gelände eingeebnet. Dabei kam die bare Münze wohl in die Nähe des Wegrandes und wurde möglicherwiese von einer Maus oder einem Maulwurf jüngst nach oben befördert.

Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

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