Oberfränkisches Bauernhofmuseum

Der Preisschafkopf muss ausfallen

Der traditionelle Preisschafkopf in der Brotzeitstube und im alten Stall des Wirtschaftshofes muss ausfallen. Die Spielkarten werden nicht ausgepackt. Dafür haben wir ein altes Blatt aus dem Museumdepot geöffnet. Kartenspiele wurden in der Regel auf der roten Ass gestempelt. Die Gebühr oder die Steuer für Kartenblätter kam sozialen Zwecken zugute. Das Rote Kreuz, Witwen- oder Waisenfürsorge wurden mit den Einnahmen des „Stempelgeldes“ unterstützt. 1961 wurde das Spielkartensteuergesetz in der Bundesrepublik neu gefasst und 1981 hat man die Abgabe als Bagatellsteuer  wegen des geringen Ertrages abgeschafft.

Das Blatt aus dem Museumsdepot ist auf der „roten Sau“ mit zwei Stempeln versehen. Man hat in die Verpackung eine runde Öffnung geschnitten. Auf die Mitte der Karte wurde der Stempel „Deutsches Reich Dreiszig Pf.“ gedrückt. Der zweite Stempel belegt den Adressaten der Steuer: „Bayerischer Frauenverein vom Roten Kreuz – Kreisausschuß von Unterfranken und Aschaffenburg in Würzburg“. Das Kartenspiel stammt aus der Wehrdienstzeit eines Zeller Soldaten vor dem ersten Weltkrieg. Das Blatt wurde geschont und blieb ungespielt in seinem Nachlass erhalten. Auf der Schellen Sau sitzt übrigens noch kein Hund.

Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

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